Ein Blog rund um die Fotografie und die Regensburger Foto Blosn

Sonntag, 15. April 2012

Unterwegs mit der Foto Blos'n - Weitwinkel in SW Teil 3

So Freunde der Blos'n heute gibt es den dritten und letzten Teil vom Weitwinkelshooting... versprochen.

Wir waren beim eTuk stehen geblieben. Ich muss das immer wieder sagen, sehr unterhaltsam das Gerät.
In unmittelbarer Nähe des Parkplatzes befindet sich die Oberpfalzbrücke, die den Europakanal überspannt. Dieser Bau aus den 70er Jahre des 20. Jh. ist architektonisch gesehen sicherlich kein Leckerbissen. Der funktionale Charme gemischt mit den geschmacklichen Sünden der 70er Jahre haben eine unglaublich hässliche Brücke entstehen lassen, welche die erotische Ausstrahlung von Hausstaub hat. Willy Astor würde auch zu ihr sagen"...du greislig krummer Hund...du Golden Gate für Arme".
Dennoch bietet sie zahlreiche Motive für Liebhaber von verfallener oder eher verfallender Architektur. Und wenn man das Hässliche geschickt ausblendet bekommt man durchaus interessante Bilder aus der Kamera. Hier ein Beispiel.

Der Weg ist das Ziel
Das Bild ist mein persönlicher Favorit des ganzen Nachmittags. Mir gefällt die Wolkenstruktur und die geschwungene Linie, die eine gewissen Symmetrie aufweist, aber dennoch unsymmetrisch ist. Jedoch die Krönung für mich ist der ältere Herr, der sich langsam den Aufstieg hochquält. Man kann seinen Weg direkt sehen, von ganz Unten bis hinauf, wo noch andere Personen zu sehen sind.
 
Und hier noch eine Bild, diesmal mit einem wesentlich jüngeren Herren als Hauptdarsteller, Dominik in der Silhouette.  Da es zu diesem Zeitpunkt bereits kurz vor halb sechs war (wir erinnern uns , dass um halb sieben ein kühles Blondes im Spitalkeller wartet), entschlossen wir uns eine durch die Allee am Inselpark zu gehen und dabei nach WW-Motiven Ausschau zu halten.
Das ist allerdings bei Natur- aufnahmen, solange es sich dabei nicht um Landschaft handelt, gar nicht so einfach. Eine Ausnahme bilden dabei große knorrige Bäume. Egal ob sie bereits Blätter haben, oder ob sie kahl sind. Man braucht nur eine interessante Anordnung zu suchen. Die Perspektive dabei ist eigentlich immer klar, von unten nach oben.

Kampf der Giganten

Dabei gefiel mir diese Bild am besten und ich nenne es Kampf der Giganten. Die zwei Bäume dominieren mit ihren quasi ausgestreckten Armen das Bild. Daneben wirken die kleinen Baumnachbarn wie Zuschauer eine Kampfes.








Nun das war's eigentlich mit dem Weitwinkelshooting der Foto Blos'n. Auf vom Weg vom Inselpark zum Spitalkeller gibt es nicht zu berichten. Hiermit sei noch ein Dank an Dominik ausgesprochen, der mich geduldig den gesamten Nachmittag begleitet hat.


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An dieser Stelle möchte ich noch, wie im ersten Teil versprochen, ein Paar Worte zum Thema Weitwinkel verlieren. Die folgenden Zeilen sind eher an Fotografen gerichtet, die noch nicht allzu lange mit einem Weitwinkelobjektiv arbeiten. Es wäre jetzt etwas langwierig hier über alle Möglichkeiten der WW-Fotografie zu schreiben. Das hier soll nur Tipps und evtl. Ideen geben.
Ich bin seit nunmehr fast zwei Jahren im Besitz eines Ultraweiwinkelobjektiv, Sigma 8-16mm, was an KB etwa 12-24mm entspricht. Für den Crop-Sensor ist das im Moment das kürzeste WW-Objektiv, welches noch kein Fisheye ist.

Doch warum kauft man sich eine UWW (Ultra-Weit-Winkel)-Objektiv und was kann man damit machen? Wenn mir jemand vor vier Jahren, als ich mit der Fotografie angefangen habe, diese Frage gestellt hätte, so hätte meine Antwort womöglich so geklungen:" Man bekommt viel drauf auf's Bild". Heute dagegen sage ich: "..man muss näher rangehen um Tiefe ins Bild zu bekommen."...oder so ähnlich. Was ich damit sagen will, ist dass, es bei WW nicht darum geht das Bild mit möglichst viel Umgebung zu füllen. Man vermittelt mit WW Tiefe, z.B. einer Landschaft. Eine Möglichkeit wie so etwas aussehen kann sieht man auf dem Bild unten, welches an der durch Abwesenheit glänzenden Nordsee im Jahre 2010 entstand. 

Hooksiel

Das Prinzip ist dabei relativ einfach. Man sucht sich ein interessantes Objekt im Vordergrund und bezieht es in die sonst womöglich langweilige Landschaft mit ein.


Was gibt es bei der Verwendung von WW-Objektiven zu beachten?

Belichtung: Da man häufig viel auf dem Bild hat, sprich Himmel und Landschaft, hat man auch große Helligkeitsunterschiede zu bewältigen, die den Sensor meist überfordern. Besonders dramatisch wird es, wenn z.B. in Straße oder Gassen fotografiert wird. Hier hat man den Himmel und den Schatten der Häuser. Die Lösung hierfür ist definitiv nicht HDR, sondern gezielte Belichtung auf den Himmel und die Aufnahme in RAW. Man achtet also darauf, dass der Himmel korrekt belichtet ist, was meist zur Folge hat, dass die Schatten sehr dunkel sind. Hier spielt RAW aber seine Vorzüge aus. Am PC werden später die Schatten, auch Tiefen genannt, hochgezogen.

Stürzende Linien: Auch wenn man jetzt viele Gebäude mit einem UWW-Objektiv auf das Bild bekommt, sollte man stürzende Linien schon bei der Aufnahme vermeiden, denn am PC kann dies nur mit Verlusten korrigieren.

Symmetrie: Bei Motive die von Symmetrie leben will man diese auch darstellen. Das kann aber gehörig in die Hose gehen, wenn man z.B. nicht frontal vor einem Objekt steht. Dann werden Ecken verzogen und die Symmetrie ist dahin. Auf dem kleinen Kameradisplay kann man das oft in der Situation nicht wahrnehmen und später am PC ist die Enttäuschung umso größer.

Lensflares: Die meisten WW-Objektive habe auch sehr große und stark gewölbte Linsen. Diese sind für Fremdlichteinfall von Sonne oder sonstige Quellen anfälliger als Standardobjektive. Man kann aber solche Lensflares auch als gestalterisches Element nutzen.

Die eigenen Füße: Da der Erfassungsbereich der WW-Objektive sehr groß ist, passiert es nicht selten, dass man auf dem fertigen Bild seine eigene Füße sieht.

Und nun wünsche ich allen viel Spaß mit dem Weitwinkel.



So das war's für heute von der Blos'n. Bis demnächst....

Markus







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