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Mittwoch, 10. Juni 2015

Traumstraßen der Alpen - Stilfser Joch

Hallo liebe Leser,

heute starte ich eine neue Serie in meinem Blog, namens "Traumstraßen der Alpen". Ja ich versprach einen Beitrag über den Besuch der Blosn bei der FFW Ries, aber ich hatte jetzt einfach Bock auf das Stilfser Joch.

Jetzt mag vielleicht jemand denken, was will er denn mit diesen Straßen. Nun für mich sind das nicht einfach lieblose Asphaltpisten in die Landschaft gesetzt, so wie z.B. der Brenner. Nein diese Straßen sind für mich Kunstwerke. Perfekt in eine traumhafte Landschaft eingefügt, garniert mit Fahrspaß und Charakter.

Wie schon erwähnt, betrachte ich diese Routen als Kunstwerke. Deswegen spielen hierbei Fahrzeuge eine eher untergeordnete Rolle. das ist auch der Grund, warum nur ganz wenige Bilder Autos. Das ist normalerweise die klassische Sichtweise und Inszenierung einer Straße. Doch ich wollte mich davon lösen und die Pässe quasi autofrei machen, was sie bei bestem Willen nicht sind.

Dieser Beitrag startet gleich mit dem König der Pässe, dem Stilfser Joch. Es ist nicht die höchstgelegene asphaltierte Passstraße der Alpen, sondern die zweit höchste. Die Passhöhe liegt auf sagenhaften 2757m ü.NN. Man kann sich denken, dass hier weit in das Jahr hinein Schnee liegt. Die Straße ist meist bis Ende Mai wegen gesperrt. Es geht aber noch extremer. Im Jahre 2014 wurde die Passstraße erst Mitte Juni geöffnet. Ich hatte während der Gruppenphase der WM 2014 eine Übernachtung auf der Passhöhe gebucht und glücklicherweise wurde der Pass eine Woche vorher für den Verkehr freigegeben.

Aber was macht das Stilfser Joch aus? Es zieht sich an der Ostrampe von Trafoi(1570 m. ü.NN) durch den Wald und 48 Kehren bis auf 2757m ü.NN. Der Ausblick auf die umliegenden Berge ist atemberaubend.

Ortlergruppe
Der Blick auf die Ortlergruppe ist sensationell, vorallem die Gletscherzungen sind faszinierend.

Und wie sieht die Straße von der Passhöhe aus? Hier die Nord-Ost Rampe Richtung Trafoi.

Nord-Ost Rampe
 und hier die Westrampe Richtung Bormio

Westrampe
Insgesamt sind es 50 km Straßenspaghetti. Ich finde von oben sieht das gar nicht so spektakulär aus. Steht man jedoch am Fuße der Passstraße, erkennt man wie verrückt die Piste eigentlich ist.

An den Berg geklatscht


Während sich die Nor-Ost-Rampe verhältnismäßig steil auf die Passhöhe zieht, ist die Westrampe etwas flacher. Sie verläuft teilweise in einem weiten und flachen Tal und ist gesäumt von einigen Häusern, ehemaligen Herbergen und Restaurants. Leider werden diese nicht mehr bwirtschaftet.

Häuser entlang der Westrampe
Ehemalige Herberge
Es lohnt sich auch mal ein wenig neben die moderne Straße zu sehen. So findet man an der Westrampe z.T.  noch Reste eines älteren Routenverlaufs. Diese Reste verfallen wie die folgenden Bilder zeigen und man sollte wirklich nicht mehr auf diesen alten Pfaden fahren..

Alte Route
Straßenverfall
Verbogen


Das letzte Bild finde ich nicht nur wegen des umgefahrenen Pollers interessant. Man beachte die gefalteten Gesteinschichten der Felswand im Hintergrund. Diese Straße ist einfach traumhaft in ihre Umgebung eingebebettet.

Für Freunde von Tunneldurchfahrten hält die Westrampe auch einige Schmankerl bereit. Mehrere Tunnel sind auf dem Weg nach Bormio zu durchfahren. Aber vorsich, diese sind z.T. so eng, dass nur ein Auto gleichzeitig hindurch passt. Hier heißt es immer Hupen und hoffen, dass kein LKW oder Bus entgegenkommt. Dann muss man nämlich als PKW wieder rückwärts aus dem Tunnel fahren.

Zum Ende diese Beitrags möchte ich die Passstraße bewerten und Sterne in verschiedenen Kategorien vergeben.

Landschaft: *****
Wie die Bilder zeigen, ist die Berglandschaft hier ein absoluter Traum. Deswegen vergebe ich fünf von maximal fünf Sternen.

Fahrspaß: ****
An sich macht das Stilfser Joch viel Spaß, jedoch ist das Verkehrsaufkommen z.T. enorm. Dies schmälert den Spaß. Also nur vier von fünf Sternen.

Charakter:****
Wie Charakter? Hier fließt die Beschaffenheit der Straße, die Straßenführung und Historie eine Rolle. Das Stilfser Joch hat hier vier von fünf Punkten verdient. Die Straßenbegenzung besteht nicht ausschließlich aus Leitplanken und die Reste der alten Straße erinnern an vergangene Zeiten.

In Summe 13 von maximal 15 Sternen, ein absoluter Spitzenwert also.

Und damit möchte ich mich mit einem letzten Bild verabschieden.


Spaghetti

Das wars wieder. Diesmal etwas länger und ein völlig neues Thema. Ich hoffe es hat gefallen und ihr seid schon auf die nächste Traumstraße der Alpen gespannt.

Bis demnächst

Markus.







Montag, 26. November 2012

Ein Tag im Pfunderer Tal

Hallo liebe Leser,

heute möchte ich von unserem Ausflug nach Südtirol berichten. Insgesamt vier Tage lang war unser Ausflug in die Berge. Die Südtiroler Alpen bieten für jeden Landschaftsfotografen eine unfassbare Vielfalt an Motiven, so dass man hier auch mehr als nur vier Tage verbringen kann. Allerdings sind auch viele Gegenden sehr stark auf Tourismus ausgelegt und dementsprechend von Menschen überlaufen.

Hier bildet das Pfunderer Tal eine Ausnahme, denn hier gibt es keine Liftanlagen oder Seilbahnen. Die Ortschaft Pfunders ist einzig und alleine von Süden her kommend zu erreichen. Im Pustertal in der Ortschaft Vintl verlässt man die SS49 Richtung Weitental/Vallarga und Pfunders/Fundres. Durch Weitental hindurch geht es weiter nach Pfunders. Entlang der Via Lärch fährt man über eine schmale Straße Richtung Dun. Die Wanderung zur Weitenbergalm startet man entweder vom kleinen Parkplatz, oder einige Hundert Meter die Straße weiter oben, sofern noch Platz da ist. Der Einstieg der Route ist hier. Von diesem Punkt aus geht es ersteinmal gut 40min hauptsächlich durch einen Wald, und diesen Anstieg sollte man nicht unterschätzen. Ab und zu kann man einen Blick durch das Dickicht auf den rauschenden Pfunderer Bach erhaschen. Und als man glaubt, der Wald möge gar nicht mehr aufhören, steht man vor einem Gatter. Hat man dieses passiert, belohnt eine grandiose Landschaft den Wanderfreund.

Pfunderer Berge mit Weitenbergbach

Hier kann man eine kleine Pause einlegen und die Landschaft sowie den tosenden Bach genießen.
Auf dem Weg zur Weitenbergalm überqueren wir den Bach, der im Frühjahr zur Schneeschmelze erwartungsgemäß sehr viel Wasser führt.

Tosender Bach


Nach der Überquerung des Baches geht es am rechten Ufer weiter Richtung Alm. Auf der gegenüberliegenden Seite kann man mit etwas Glück Murmeltiere entdecken. Diese machen sich durch Pfeifen bemerkbar und warnen so vor Feinden. Etwa 200m nach der kleinen  Brücke über die wir den Bach überquert haben, steht man vor der Wahl des Route. Entweder man wählt den befestigten aber längeren Fahrweg oder man zweigt links ab und wählt einen Trampelpfad, der zum Ende hin sehr steinig wird.
Nach etwa einem Kilometer treffen sich beide Wege wieder und es geht weiter auf dem Fahrweg.

Nach weiteren wenigen 100m muss man diesmal ohne der Hilfe einer Brücke einen kleinen Bach queren. Nun Bach ist fast ein wenig übertrieben, es handelt sich eher um ein Rinnsal. Dennoch riskiert man hier nasse Füße, wenn man kein solides Schuhwerk hat. Das folgende Bild zeigt die Situation

Pfunderer Berge mit Rinnsal
Von hier sind es nur noch etwa 500m zur Weitenbergalm, auf der eine Brotzeit Pflicht ist. Besonders empfehlenswert ist die selbstgemachte Gerstsuppe. Diese schmeckt auf 1960m ü.N.N. besonders gut.

Von der Alm hat man die Möglichkeit  weiter den Pfunderer Höhenweg zu gehen. Allerdings sollte man hier mindestens vier Stunden zusätzlich einplanen. Wir waren leider recht spät vor Ort und haben uns dagegen entschieden. Die Almkatze hat das natürlich gefreut, denn so konnten wir etwas mehr mit ihr scherzen. Nicht entgehen lassen sollte man sich die neugierige Pferdeherde hinter der Almhütte.

Pferdeherde

Der Abstieg Richtung Pfunders gestaltet sich nicht mehr so spektakulär und nach etwas mehr als einer Stunde ist man wieder auf dem Parkplatz.

So das war's wieder für heute.

Bis zum nächsten Mal...
Markus